GILT FÜR: Festland.
DER GRUNDSATZ Alle 90 Tage setzt sich die gesamte Gesellschaft für 4 bis 6 Tage ausser Betrieb, samt Wache, Gericht und Verwaltung. Eine Obrigkeit, die viermal im Jahr handlungsunfähig wird, hält sich nicht.
Deshalb hat das Festland einen Orden statt einer Regierung: Eine Religion übersteht das Aussetzen, weil sie es erklärt und terminiert.
WER TROTZDEM WACH IST
- SCHLIESSER. Sie sind bis zuletzt draussen und als Erste wieder
heraus. Sie halten die Schlüssel aller Hallen.
- BEWAHRER. Kinder, deren Pigment noch zu schwach ist. Sie sind die
Einzigen, die während der Roten bei klarem Verstand sind.
- BLASSE FESTLÄNDER. Sie werden nicht rasend, sind aber fiebrig,
schlaflos und benommen. Kurze Wege, keine anhaltende Arbeit. Sind ebenfalls in den Ankerhallen
- ACHAIER. Blass genug, um zu arbeiten. Sie sind nicht auf dem
Festland, sondern auf dem Wasser. Siehe Die Überfahrt.
WAS DARAUS GEWORDEN IST Wer in diesen Tagen handeln kann, während alle anderen angekettet liegen, hat einen Vorteil, der sich über Generationen auszahlt.
Genau das ist geschehen: Die Roten Ketten waren ursprünglich der Berufsstand, der die Ankerhallen betrieb. Sie hatten immer schon die Schlüssel. Irgendwann hörten sie auf, alle wieder aufzuschliessen. Aus einem Fürsorgeamt wurde ein Menschenhandel.
Es gibt also sehr wohl eine Herrschaft, die aus der Roten entstanden ist. Sie sitzt nur nicht auf einem Thron, sondern an den Türen.
WAS ES BREMST Die Schlüssel liegen nicht offen herum, sondern bei einer Zunft, die von aussen abschliesst und sich anschliessend selbst einschliesst. Wer sich an einer Halle vergreift, muss an den Schliessern vorbei.
Das Schliesserhaus wird von innen verriegelt, der Schlüsselbund liegt in einer Kiste, die im Sitzen niemand erreicht. Aufgeschlossen wird von den Bewahrern.
OFFEN Hat je jemand versucht, eine Ankerhalle während der Roten aufzubrechen? Wie schützen sich reiche Haushalte mit eigenem Keller gegen dasselbe?