Talvenn

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Lore

Handel und Seefahrt

Handel und Seefahrt (Festland)

Kurz: Das Festland baut nur Küstenboote und kennt keine Fahrt über offenes Wasser. Fremde Schiffe legen regelmässig an und bringen Waren, die auf dem Festland nicht herstellbar sind. Woher sie kommen, weiss dort niemand.

Gilt für: Festland.

Warum niemand nach Westen fährt

Alle 14 Tage kommt ein Gelbring. Eine Fahrt über offenes Wasser dauert 4 bis 6 Tage in eine Richtung, hin und zurück also fast zwei Wochen — jede solche Fahrt gerät zwangsläufig in Sturm.

Dazu kommt die Bauweise. Werften auf dem Festland stehen alle 90 Tage still, kein Prozess darf durchlaufen. Man baut leichte Küstenboote, mit denen man bei Wetterumschlag in wenigen Stunden in einem Hafen ist. Für schwere, sturmfeste Rümpfe fehlt die Fertigung.

Das Meer ist damit keine unbekannte Grenze, sondern eine bekannte und unüberwindliche. Wer es versucht hat, ist nicht zurückgekommen — und mit ihm ging die Erfahrung verloren.

Was die Leute annehmen

Man sieht Schiffe. Man sieht blasse, fremde Menschen, die Waren bringen und wieder verschwinden. Daraus wird die naheliegende Erklärung: Irgendwo weit die Küste hinauf oder hinunter liegen andere Städte, reichere als die eigenen.

Das ist kein Aberglaube, sondern ein vernünftiger Schluss aus dem, was man sieht. Er ist falsch, und niemand kann ihn prüfen. Die Händler haben kein Interesse daran, ihn zu berichtigen.

Von einer Insel im Westen weiss auf dem Festland niemand.

Was eingeführt wird

Waren, die auf dem Festland nicht entstehen können, weil dort nichts unbeaufsichtigt laufen darf:

  • geschmiedetes Werkzeug in gleichbleibender Qualität
  • Glas
  • Salz
  • feines Eisen, Beschläge, Schlösser
  • Schlaf — die Mittel, mit denen man eine Rote verschlafen kann

Wer den Handel kontrolliert

Der Zirkel der Stunde. Die Häfen werden vom Orden verwaltet, die Einfuhr geht über ihn, und er entscheidet, wer beliefert wird.

Damit hat der Zirkel nicht nur den Kalender, sondern auch die Versorgung. Er sagt an, wann alle in die Löcher gehen, und er bestimmt, wer gutes Werkzeug und wer Schlaf bekommt. Das ist die materielle Hälfte seiner Macht.

Die Leute des Ordens sind während der Roten nicht eingeschränkt: eigene Räume, eigene Vorräte, eigene Regeln. Sie können daher zu einer Zeit an den Hafen, zu der sonst niemand draussen ist.

Was tatsächlich geschieht

Die Schiffe kommen von Achais. Sie legen vor der Roten an, laden Waren aus, nehmen Menschen auf und laufen bei Aufgang der roten Sonne aus. Siehe [Die Überfahrt](ueberfahrt.md).

Auf dem Festland ist das nicht bekannt. Bekannt ist nur, dass die Schiffe da sind und wieder weg.

Zahlungsmittel

Auf dem Festland gibt es kein geprägtes Geld. Gerechnet wird in Waren: Fisch, Faser, Eisen, Arbeitszeit. Von Münzen hat man gehört, in Geschichten über weit entfernte Orte.

Eine geprägte Münze in der Hand eines Festländers ist deshalb kein Vermögen, sondern ein Beweisstück. Sie kann nur von einem der Schiffe stammen.

Offen

  • Wie viele Häfen gibt es, und liegen alle unter Aufsicht des Ordens?
  • Was gibt das Festland im Tausch? Vermutlich Arbeit, Fischhaut, Rohstoffe —

und Menschen.

  • Gibt es Küstenorte, die auf eigene Rechnung handeln?
  • Was erzählt man sich über die blassen Fremden?
Geändert 23.08.2026 07:47 von Kathy